Ich bin dankbar, begleitet mich das nachfolgende Gedicht seit Jahren. Da es auch in diese Zeit der Veränderung passt, hier noch einmal....

Sie lässt los.

 

Ohne einen Gedanken oder ein Wort, sie lässt los.

Sie lässt die Angst. Sie lässt das Urteilen. Sie lässt die unzähligen Meinungen in und um ihren Kopf. Sie lässt die Unentschlossenheit in sich. Sie lässt all die "richtigen und wichtigen" Gründe. Sie lässt los, voll und ganz, ohne Zögern und Sorge, sie lässt einfach los.

 

Sie fragt niemanden um Rat. Sie liest nicht in den heiligen Schriften, nimmt kein Buch zur Hand, das ihr erklärt, wie man loslässt. Sie studiert keine Schriften. Sie lässt einfach los. Sie lässt die Erinnerungen, die sie immer wieder zurückhalten. Sie lässt die Angst, die sie im Vorwärtsgehen zurückhält. Sie lässt das Planen und alle Berechnungen darüber, was wann zu tun richtig wäre.

 

Sie verspricht nicht, loszulassen. Sie führt nicht Buch darüber. Sie schreibt nichts auf dazu. Sie macht kein Projekt daraus. Sie macht keine öffentliche Ankündigung. Sie befragt keinen Wetterbericht, wählt nicht bewusst Zeit und Stunde, liest kein Horoskop. Sie lässt einfach los.

 

Sie analysiert nicht, ob sie loslassen will oder soll. Sie bespricht das Loslassen nicht mit ihren Freunden. Sie macht kein grossartiges spirituelles Ritual, sie spricht kein Gebet. Sie sagt kein Wort. Sie lässt einfach los.

 

Niemand ist da in dem Moment, in dem sie loslässt. Es gibt keinen Beifall, keine Glückwünsche. Niemand dankt ihr, niemand lobt sie. Niemand bemerkt etwas. Wie ein Blatt, das von einem Baum fällt, still und leise, lässt sie los.

 

Da ist keine Anstrengung. Da ist kein Kampf. Es ist weder gut noch schlecht. Es ist, was es ist und das ist es. 

 

Im Raum vom Loslassen lässt sie alles zu. 

Ein kleines Lächeln geht über ihr Gesicht.

Eine leichte Brise geht über sie hinweg.

Und die Sonne und der Mond scheinen ewiglich. 

 

Rev. Safire Rose

frei übersetzt von Margrietha Aellig

 

 

She let go..

 

She let go. Without a thought or a word, she let go.

She let go of fear. She let go of the judgments.

She let go of the confluence of opinions swarming around her head.

She let go of all the "right" reasons. Wholly and completely,

without hesitation or worry. She just let go. 

She didn't ask anyone for advice. She didn't read a 

book on how to let go...... She didn't search the scriptures.

She just let go. 

She let go of all the memories that held her back.

She let go of all the anxiety that kept her from moving forward.

She let go of the planning and of the calculations about how to do it just right.

She didn't promise to let go. 

She didn't journal about it.

She didn't write a projected date in her day-timer

She made no public announcement and put no ad in the paper.

She didn't check the weather report or read her daily horoscope.

She just let go. 

She didn't analyse whether she should let go.

She didn't call her friends to discuss the matter.

She didn't do a five-step Spiritual Mind Treatment.

She didn't call the prayer line.

She didn't utter one word. She just let go. 

No one was around when it happened.

There was no applause or congratulations.

No one Thanked her or praised her.

No one noticed a thing. 

Like a leaf falling from a tree, she just let go.

There was no effort. There was no struggle.

It wasn't good and it wasn't bad.

it was what it was, and it is just that. 

In the space of letting go, she let it all be.

A small smile came over her face.

A light breeze blew through her.

And the sun and the moon shone forevermore. 

 

Ref . Safire Rose

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Jahresbeginn mit der Ohana

Willkommen 2017

Im Waldhaus in Ammerzwil haben wir gemeinsam das Jahr begonnen. Das vergangene Jahr hat uns viele neue Erfahrungen und Erlebnisse geschenkt. Gemeinsam haben wir eine grosse Reise unternommen, auf allen Ebenen. Und nun sind wir gespannt, was uns 2017 bringen wird.  

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A hui hou Molokai.....

Nana i ke Kumu......

ist das, was wir in den letzten fast vier Wochen getan haben. Und das hat uns reich beschenkt. Unendlich dankbar und erfüllt gehen wir nun nach Hause um weiter zu lernen, zu üben und anzuwenden.

 

Mahalo nui allen Kumu, die mit uns geteilt haben, die uns tief in diese wunderbare Kultur haben hineinschauen lassen. Wir sind uns der Verantwortung bewusst, die dieses Teilen für uns bedeutet. 

 

Ich will nicht in Worte fassen, was Kumu Pa'a Lawrence Aki für uns getan hat, uns gezeigt und gelehrt hat. Mahalo nui loa, from deep within. It's a beginning, not an ending....a hui hou.

 

Margrietha

 

 


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Die letzte der rauen Nächte.....

Die letzte der rauen Nächte steht nun auf der Schwelle. Die durchlässige Zeit geht dem Ende zu und wir widmen uns ganz allmählich wieder dem Alltag. Es ist die Nacht der Wunder, die Nacht der Percht, der Berthen....

 

In wilder Jagd sausen die Berthen nochmal durch die Lüfte.

 

In dieser letzten der Raunächte gibt es nichts zu tun, zu bedenken oder zu überlegen. Es ist die Nacht, in der wir einfach nur dem Nachklang der rauen Nächte zuhören, ihrem Widerhall in uns selbst. 

 

In diesem Sinne wünschen wir allen "äs guets Nöis"....

 

 

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Next Generation

Mitten im intensiven lernen und bewusst werden......

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Das Rad des Lebens

Rita geht in Pension. Das bedeutet eine grosse Veränderung in ihrem Leben. Auf der einen Seite. Auf der anderen Seite geht es einfach weiter und weiter und weiter. Wir alle sind im Rad des Lebens und das kennt nur eine Richtung: Vorwärts! 

 

Trotzdem oder gerade deswegen tut es gut, Veränderungen mit einem Ritual zu feiern. Das haben wir mit Rita getan. Wir haben ihr ein Stücklein Birkenholz geschenkt. Das Wesen dieser Pflanze ist Anmut, Jugendlichkeit und Beweglichkeit, Polaritäten von Leben und Tod, Jugend und Alter. Die Birke unterstützt die Flexiblität von Körper, Seele und Geist.... mit Birkenholz wandere ich an einen stillen Ort, schichte mir ein Feuer auf, entzünde es und geniesse die Wärme und das Licht - für mich allein! Die erkaltete Asche streue ich mit einem Wunsch in den Wind. Oder lasse ich damit etwas Vergangenes los?

 

Auch ein Windrad hat Rita bekommen. Dieses ist ein Symbol für Bewegung. Es dreht sich im Kreis und dreht doch immer weiter... und soll Rita an diesen Neuanfang in einen weiteren Lebensabschnitt begleiten.

 

Wie das Leben aus Norden, Süden, Osten und Westen besteht, so hat es auch bittere, süsse, saure und salzige Anteile. Diese Geschmäcker haben wir eins zu eins gekostet. Jeder hat seine Berechtigung, jeder ist wichtig für unser Leben. Deshalb wollen wir auch alles willkommen heissen, denn nur wenn von allem etwas da ist, ist unser Leben rund.

 

Neben dem Ritual gehört natürlich auch das Flying zu unserem Zusammensein. Das Röuele. Und das gemeinsame Essen. Das ist besonders wichtig! ;-) Und wir freuen uns sehr, dass das jüngste Mitglied unserer Familie noch nicht mal ein Jahr alt ist und das älteste ein paar Jährchen über sechzig. Und natürlich gehört auch Kia, Margriethas wunderschönes Hundemodi, dazu. 

 

Wir freuen uns sehr, dass wir eine Familie sind - gemeinsam unterwegs mit allem, was das Leben uns bringt.

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Frauenkreis im "netzpunkt-zimlisberg"

Am 15. November 2013 haben wir unseren Frauenkreis im "netzpunkt zimlisberg" geschlossen. Ich bin sehr dank-

bar für die wunderbaren Begegnungen und danke allen, die zu diesem Kreis beigetragen haben. 

 

Und nun gehts auf zu neuen Ufern. 

 

Auf Wiedersehen Schwestern!

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Sommersonnenwende

Hi Family

 

Der Tag, an dem uns am meisten Licht zur Verfügung stehte ist in diesem Jahr bereits Vergangenheit. Gerade erst habe ich meine "Früeligssämli"in die Erde gestreut und schon wird das Tageslicht wieder kürzer und kürzer. In der Zeit der Kelten wurde die Sommersonnenwende zwölf Tage lang gefeiert. Manches essbare konnte schon geerntet werden und alles war im Überfluss vorhanden. Ich geniesse die Zeit der frischen, grünen Salate, Kräuter und Blätter. Obschon viel Überfluss an Wärme habe ich dieses Jahr noch nicht gehabt. Noch nicht einmal in der Aare war ich!

 

Unsere Ahnen tanzten in dieser Zeit um ihre Feuer und je später der Abend wurde, umso berauschter, leidenschaftlicher und erotischer wurde getanzt. Allerlei Liebesschwüre wurden gegeben und neue Familien gegründet. Der Sonnengott Belenus und der Fruchtbarkeits-Naturgeist Pan wurde gleichermassen geehrt. Später wurden diese Tänze Veits-Tänze genannt. Es brauchte wohl auch damals eine gewisse Art von VER-RÜCKT-SEIN, um mit den Naturgöttern und Göttern tanzen zu können und weil in dieser Zeit der der Jahresfeste die Nahtstelle zwischen den Welten besonders eng war und auch heute noch ist, blieben viele alte Geschichten und Wissen erhalten.

Vielleicht kommt es nicht von ungefähr, dass ich genau in dieser Zeit das Gefühl habe, dass ich von vielen kleinen Wesen träume und in meinen Schlaf Unruhe bringen. Am Morgen brauche ich vor lauter Eindrücke viel länger um in meinem Tag anzukommen. Manches kommt mir in meinem Tun seltsam überflüssig vor und meine Verbundenheit mit meinen Ahnen wird spürbar. So war ich auch nicht gross erstaunt, als Till mir mit eine mathematische Gleichung meine Verbundenheit mit all meine Ahnen erklärte – und das so „by the way“ beim Mittagessen… Er sagte mir nämlich, dass er unendlich viel Grossväter und –Mütter habe, denn schon vor 8 Generationen seien es 256 gewesen, von 9 schon 512 und von 10 schon 1024… Wie soll ich da je wieder ernsthaft an meiner Verbindung zu Allem zweifeln?


Gestern war ich von Freunden an einem Gartenfest eingeladen. Wir tranken, assen, musizierten und tanzten bis in die Morgenstunden und ich weiss, dass alle Ahnen dabei waren und auch unsere zukünftigen Generationen. Und angepasst wie ich bin, wurde alles nicht so extatisch, und ich zog mich auch nicht aus, um nackt ums Feuer zu tanzen, und betrank ich mich nicht bis die Sinne schwanden, aber eines weiss ich sicher – meine Family war dabei!

 

Gruss aus Thun

23. Juni 2013

Ralph

             

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Der 5. Vollmond im Jahr - Sommeranfang

Der 5. Vollmond im Jahr bedeutete für unsere Vorfahren dass der Sommer nun beginnt. Am Abend dieses Tages wurde das Feuer im Herd gelöscht und am kommenden Morgen ein neues Feuer entzündet. Das Symbol des Vergehens und des Werdens. 

 

Da in diesem Jahr von Sommer noch keine Spur zu spüren ist, haben wir dieses Fest in der Küche im Feld in Ammerzwil gefeiert. Nähe gibt Wärme ;-)). 

 

Wir wünschen euch allen einen Sommer gefüllt mit all dem, was ihr braucht. Schön, mit euch allen unterwegs zu sein. 

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Begegnung von Schweizer Ältesten mit Mana o Kahiko

Am 23.05.2013 (kurz vor dem 5. Vollmond im Jahr - Sommeranfang unserer Vorfahren) haben sich eine Gruppe von Schweizer Ältesten im Felsenhaus am Schwarzwasser mit Mana o Kahiko (die Kraft der Vorfahren)  getroffen. Die Bilder sprechen nicht von Sommeranfang......

 

Diese Begegnung war ein wunderbarer Austausch von Erleben, Erfahren, von Traditionen und Brauchtum und vor allem geprägt von Respekt und Hochachtung unseren Vorfahren gegenüber. 

 

Mahalo Nui  Mana o Kahiko for your Mana and your sharing und äs härzlechs Danke allen Beteiligten aus der Schweiz und speziell an Marianne Schneider, die uns mit ihrem wunderbaren Platz und dem Teilen ihrer Erfahrungen viel Raum um und in uns gegeben hat. 

 

Margrietha

 

 

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Beltane - der Sommer kommt

Die Walpurgisnacht wurde von unseren keltischen und germanischen Vorfahren völlig anders ausgelegt als heute üblich. Die Verknüpfung mit Hexen, die in dieser Nacht besonders aktiv sein sollen, erfolgte erst viel später im Mittelalter. Die christlichen Missionare trugen erheblich dazu bei, die eigentliche Bedeutung zu verwischen. Sie waren eifrig bemüht, die heidnischen Rituale der damals lebenden Menschen zu unterbinden. Für Beltane war die von ihnen verbreitete Panik vor Hexen überaus dienlich. Die Legende, dass sich die Hexen an diesem Termin an gewissen Orten treffen, schürte die Angst der Menschen, so dass sie sich statt vergnügt im Freien Feste zu feiern lieber eingeschüchtert in ihre Häuser einschlossen. Die heutige Bezeichnung Walpurgisnacht zeigt die gedankliche Verbindung zur Heiligen Walburga. Sie soll nämlich die Hexen auf dem Walberla in Franken bezwungen haben.

 

 

Der keltische Jahreskreis beinhaltet 4 Feste, die nach dem Stand der Sonne ausgerichtet waren, und 4 Feste, die sich nach dem Mond orientierten. Zu ihnen zählte Beltane, denn die Feierlichkeiten fanden stets am 5. Vollmond seit dem Julfest statt. Diesjährig fällt dieses Ereignis auf den 25. Mai. Mittlerweile hat sich jedoch die Nacht vom 30.04. auf den 01.05.2012 allgemein eingebürgert.

 

Während sich an Samhain die Natur zur alljährlichen Winterruhe verabschiedet, hat nach Auffassung der Kelten an Beltane endlich wieder die Sonne ihre Vormachtstellung eingenommen. Die kalte Jahreszeit ist ab diesem Datum restlos bezwungen. Alle Zugvögel sind dann bereits wieder aus ihren wärmeren Winterdomizilen zurückgekehrt und bauen ihre Nester, um für Nachwuchs zu sorgen. Endlich können auch die frostempfindlichen Pflanzen im Garten und auf den Feldern ausgesät werden, und mehr Sonnenstunden am Tag machen längere abendliche Aufenthalte im Freien bei Tageslicht möglich. Von nun ab stellt die Natur wieder genug frische Nahrung bereit und die Überbrückung mit Eingelagertem während der winterlichen Monate neigt sich ihrem Ende zu. Die Natur ist erwacht, das sommerliche Intermezzo kann beginnen. Dieses daraus resultierende Hochgefühl drückten die Menschen an Beltane mit fröhlichen, festlichen Aktivitäten aus.

 

Die Zeit der düsteren, gedrückten Stimmung weicht an Beltane einer angenehmen Leichtigkeit des Seins. Unsere Vorfahren feierten den Einzug des Sommers voller Hingabe. Überall errichteten sie große Feuer, die symbolisch das neue Leben darstellten. Beim Maisprung hüpften Verliebte gemeinsam über die Glut und versprachen sich dadurch Glück und Zufriedenheit für das kommende Jahr. Das Wiedererwachen der Natur zeigt sich zu Beltane vor allem an dem frisch ausgetriebenen Grün der Laubbäume, die während des Winters gänzlich kahl waren. Das Maigrün war für unsere Vorfahren in hohem Maße symbolträchtig, weshalb sie frisch begrünte Birken schlugen und sie auf Plätzen, an denen sie sich zum Feiern trafen, aufstellten. Die Birke galt als der Baum, der den Anfang und den Aufbruch versinnbildlicht. Er steht zudem für Optimismus, Unbekümmertheit und auch für die Fruchtbarkeit der nächsten Monate. Parallel dazu stellt das frisch ausgetriebene Gewächs stellvertretend den Weltenbaum dar, als Metapher der kosmischen Ordnung, bestehend aus Himmel, Erde und Unterwelt. Die Menschen aus früheren Epochen brachten Ihre Freude über den zurückgewonnenen Sommer mit ihren Tänzen rings um den Baum aus dem Wald zum Ausdruck. Geblieben ist bis heute der sogenannte „Tanz in den Mai“. Auch das Aufstellen des Maibaums ist noch in vielen Gegenden üblich und wird als alljährlich wiederkehrender, die Menschen fröhlich stimmender Brauch praktiziert. Heutzutage kann der Maibaum nicht hoch genug sein, weshalb er zumeist an einem reich verzierten Mast angebracht wird.

 

Die alten Traditionen ließen sich also doch nicht rigoros ausmerzen, so wie es sich die Kirche vorgestellt hatte. Das ist auch gut so, denn was wäre unser Dasein ohne die liebgewonnenen Gepflogenheiten, die das Leben bereichern, uns der Natur ein Stückchen näher bringen und dazu die sozialen Kontakte fördern.

 

Sicherlich gibt es auch in unserer unmittelbaren Umgebung Möglichkeiten, an Walpurgisfeiern und Maifesten teilzunehmen. Wer es dagegen vorzieht, in aller Stille den Sommer zu begrüßen, kann ein persönliches Ritual vollziehen. Wie wäre es mit einer am Vorabend des 1. Mai entzündeten Feuerschale im heimischen Garten? Auf diese Weise lässt sich die warme Jahreszeit mit lodernden Flammen aufs Herzlichste willkommen heißen.

 

 

Umermel

Ralph

 

 

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Ostara......

Liebe Fliegerinnen und Flieger

 

Einer meiner Lieblingsloops ist mein Glaube an ein "fertigwerden* und *wenn das ... dann erledigt ist*, so habe ich dann so richtig Zeit für mich...

aber ich lasse meinen liebgewonnen Glauben immer wieder seine Wege ziehen... und siehe da, nun ist Zeit für ein paar Infos für den kommen Donnerstag.

 

Die Frühjahrstagundnachtgleiche wurde in der keltischen Kultur als Ostara, das Frühlingsfest gefeiert. Das neue Leben wurde begrüsst und den Göttern gedankt, dass die Familie über den Winter gekommen ist.

Gefährlich, lebensfeindlich und entbehrungsreich war der Winter auf jeden Fall. Die Freude, das Schlimmste überstanden zu haben, und die Dankbarkeit gegenüber den Göttern, die die die Kraft dazu gaben, war denn auch stets ein wichtiges Element des Ostara-Festes. Ostara ist auch ein Fest des Aufbruchs, der Erneuerung und Erwartung. Die ersten Blumen, Baumknospen und der Gesang der Vögel künden vom Wiedererwachen des Lebens.

Bald wird der Nachwuchs im Stall und draussen in der freien Natur geboren. Diejenigen die mit der Natur und von der Natur leben, sind wohl ganz besonders damit verbunden.

 

Ich bin nicht verhungert oder erfroren – mit Gefahren, die mir im Schutz der modernen Zivilisation fern scheinen, waren aber meine Ahnen mit jedem Winter verbunden.

Und gerade jetzt merke ich, das ich als einer der in der Stadt lebt, mit dem traditionellen Frühlingshoffnungen nicht mehr viel zu tun habe...

Aber was wären all meine Pläne, worauf auch immer ich sie richten mag, ohne die Fruchtbarkeit der Felder und des Viehs, von denen mein Leben nicht minder abhängt, als das unserer Vorfahren?

Vielleicht ist mir dieses Bewusstsein heute näher als ich es vielleicht wahrhaben will und setze ein paar Samen, welchen ich entspannt beim wachsen zuschauen kann, weil ich darauf vertrauen kann, dass das was kommt ganz und gar zu mir gehört.

 

herzlich Ralph

 

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Sie lässt los......

Sie lässt los.

 

Ohne einen Gedanken oder ein Wort, sie lässt los.

Sie lässt die Angst. Sie lässt das Urteilen. Sie lässt die unzähligen Meinungen in und um ihren Kopf. Sie lässt die Unentschlossenheit in sich. Sie lässt all die "richtigen und wichtigen" Gründe. Sie lässt los, voll und ganz, ohne Zögern und Sorge, sie lässt einfach los.

 

Sie fragt niemanden um Rat. Sie liest nicht in den heiligen Schriften, nimmt kein Buch zur Hand, das ihr erklärt, wie man loslässt. Sie studiert keine Schriften. Sie lässt einfach los. Sie lässt die Erinnerungen, die sie immer wieder zurückhalten. Sie lässt die Angst, die sie im Vorwärtsgehen zurückhält. Sie lässt das Planen und alle Berechnungen darüber, was wann zu tun richtig wäre.

 

Sie verspricht nicht, loszulassen. Sie führt nicht Buch darüber. Sie schreibt nichts auf dazu. Sie macht kein Projekt daraus. Sie macht keine öffentliche Ankündigung. Sie befragt keinen Wetterbericht, wählt nicht bewusst Zeit und Stunde, liest kein Horoskop. Sie lässt einfach los.

 

Sie analysiert nicht, ob sie loslassen will oder soll. Sie bespricht das Loslassen nicht mit ihren Freunden. Sie macht kein grossartiges spirituelles Ritual, sie spricht kein Gebet. Sie sagt kein Wort. Sie lässt einfach los.

 

Niemand ist da in dem Moment, in dem sie loslässt. Es gibt keinen Beifall, keine Glückwünsche. Niemand dankt ihr, niemand lobt sie. Niemand bemerkt etwas. Wie ein Blatt, das von einem Baum fällt, still und leise, lässt sie los.

 

Da ist keine Anstrengung. Da ist kein Kampf. Es ist weder gut noch schlecht. Es ist, was es ist und das ist es. 

 

Im Raum vom Loslassen lässt sie alles zu. 

Ein kleines Lächeln geht über ihr Gesicht.

Eine leichte Brise geht über sie hinweg.

Und die Sonne und der Mond scheinen ewiglich. 

 

Rev. Safire Rose

frei übersetzt von Margrietha Aellig

 

 

 

 

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Wintersonnenwende, Rauhnächte: Unseren Wurzeln auf der Spur

Bild: www.kunstwerkerlanz.ch
Bild: www.kunstwerkerlanz.ch

 

 

 

Die Wurzel. Das Wort, vom Althochdeutschen wurzala, heisst das Gewundene. Die Bedeutung der Wurzel ist bei den Pflanzen gut nachvollziehbar. Es ist der Teil, der meist im Boden steckt und über den die Pflanze Wasser und Nährstoffe bekommt. Für uns Menschen ist die Wurzel das, was uns mit unserer Vergangenheit, den Traditionen, dem Leben unserer Vorfahren verbindet.

 

Durch den Willen, heute zu leben, nach vorn zu schauen, hatte ich lange nicht das Bedürfnis, mich mit meinen Vorfahren auseinander zu setzen, wozu auch? Bis mir klar wurde, dass Zeit ein dehnbarer Begriff ist, dass unsere Einteilung in Tage, Monate und Jahre relativ ist – nicht mehr als eine Orientierung. Wenn ich aufmerksam bin, fällt mir auf, dass ich von sehr vielem profitiere, z.B. von alten Wegen, Strassen, das alte Haus, in dem ich wohne, unzählige Erfindungen… die ich sehr schätze. Allesamt wurden sie von Menschen angelegt, entwickelt, gestaltet, die vor mir gelebt haben. Mir bewusst zu sein, dass nicht ich das Leben erfinde, dass ich nicht die Einzige bin, die erlebt, was sie erlebt, sondern dass das schon unzählige Menschen vor mir erlebt, durchgestanden, ausgehalten, gefeiert… haben, das fühlt sich gut an, das stärkt mich und macht mich gleichzeitig bescheiden.

 

Tradition ist nicht das Hüten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme. Thomas Morus

 

Mir geht es nicht darum, alte Traditionen hochleben zu lassen, sondern anzuerkennen, was meine Vorfahren und Ahnen getan und gelebt haben. Vieles davon ist dem, was ich heute lebe, ähnlich und hilft mir zu verstehen, wieso ich gewisse Dinge tue. Zudem scheint mir das Weitergeben der Flamme eine Konsequenz eines achtsamen Lebens.

 

Die Wintersonnenwende ist der kürzeste Tag des Jahres, der 21. Dezember. Endlich werden die Tage wieder länger. Aber was heisst Wintersonnenwende wirklich? Es ist die tiefste, die dunkelste Nacht des Jahres und wird deswegen auch MUTTERNACHT genannt. In dieser Nacht gebiert Mutter Natur tief in der finsteren Erde in der stillsten aller Stunden das Sonnenkind, den Neuanfang, die Wiedergeburt.

 

In unserer Zeit, in der wir alle in warmen Wohnungen hausen, das Einkaufszentrum gleich um die Ecke liegt… für uns hat der Winter seinen lebensbedrohlichen Charakter verloren. Heute kennen wir die Auswirkungen der Dunkelheit in Form von Depressionen, in der Melancholie und Einsamkeit. Unsere Vorfahren hingegen haben gespürt, dass sich zur Zeit der Wintersonnwende etwas verändert. Dass nicht mehr nur die blosse Dunkelheit herrscht, sondern dass neues Leben aufkeimt, auch wenn es noch nicht sichtbar ist. Unter der Erde sammeln sich die Kräfte zu neuem Leben, das dann im Frühjahr durchbricht. Diese ungeheure Energie fängt wieder an zu wachsen. Und das konnten sie spüren und wahrnehmen. Und das wurde gefeiert. Das neue Leben in seiner ganz unschuldigen neugeborenen Form.

 

Die geweihten Nächte verheissen das Wissen um die grosse Umkehr, um den Wiederaufstieg des Lichtes und um die Geburt des neuen Lebens. An JUL oder JOL - wie es in den nordischen Ländern genannt wird - ist die Dunkelheit gebannt, die Nächte werden kürzer und was tot schien und verloren, wird wieder erwachen. Das Julfest ist ein harmonisches Netzwerk ineinandergreifender Sonnen-, Toten- und Fruchtbarkeitsriten und symbolischer Handlungen zur Neuaktivierung menschlicher und natürlicher Kraft.

Der Name JUL oder JOL hat einen ganz alten Bezug zu Odin (Hauptgott der germanisch-nordischen Mythologie). Noch heute hat Odin den Beinamen JOLNIR. Seine wilden Ritte in der Winterzeit und zu den Rauhnächten mit dem wilden Heer heissen JOLAREIDI.
Das erinnert vom Wort her wiederum sehr stark an das alpenländische Jodeln.
 Und gerade in den Alpenländern werden ja zur Winterzeit viele Bräuche überliefert mit dem wilden Heer des Odin, und ursprünglich der Percht (sind im alpenländischen Brauchtum vorkommende Gestalten, die vor allem im Dezember und Januar auftreten) – besonders die Perchtenläufe in der Rauhnachtzeit. JUL läst sich etymologisch als ZAUBER- oder BESCHWÖRUNGSFEST deuten. Und Odin war dann der JUL-ZAUBERER oder JUL-SCHAMANE - der JULERICH. 

 

Es gab schon vor dem Christentum viele Kulturen, die zu dieser Zeit die Wiedergeburt der Sonne und des Lichtes feierten. Mit der Ausbreitung des römischen Reiches wurde die Wintersonnwende zum römischen Staatsfeiertag ausgerufen als Geburtstagsfeier des sol invictus - der unbesiegbaren Sonne. Also auch die Idee einer Geburtstagsfeier zur Wintersonnwende war keineswegs eine Erfindung des Christentums.

 

Papst Hippolytos setze sich für den 25. Dezember als Tag der Christgeburt ein - im Jahre 217. Um 330 schliesslich erklärte Kaiser Konstantin das Christentum zur römischen Staatsreligion und funktionierte den alten Sonnengott um in den neuen Christengott, der als lux mundi - als Licht der Welt - gefeiert wurde.

 

Mythen und Märchen: Der Jahreskreis, der mit Samhain geendet hat, gebiert zur Wintersonnwende den neuen Jahreskreis-König. Das haben viele unserer Vorfahren so erlebt, deswegen tragen auch alle Mythen immer wieder die gleichen Bilder. Diese Bilder, Mythen und Märchen sind heilsam für unsere Seele. Sie drücken etwas aus, das wir wohl spüren können, auch wenn es uns nicht so recht bewusst ist. Unsere Aufmerksamkeit ist ja wesentlich eingeschränkter als bei unseren Ahnen und Vorfahren. Die damaligen Menschen sind sowohl mit der Natur als auch mit dem Kosmos viel verbundener gewesen als wir.

 

Mythen und Märchen hatten für unsere Vorfahren eine grosse Bedeutung. Sie halfen Erlebtes zu verarbeiten – vor allem dann, wenn das Erlebte nicht einzuordnen oder nicht zu verstehen war. Mythen und Märchen haben auch für uns ihre Wirkung nicht verloren. Ich selber sehe mich nicht als grosse Märchenerzählerin, aber grundsätzlich mag ich Geschichten. Vor allem kenne ich ihre Kraft und Wirkung. Gewisse Wahrheiten lassen sich, in einer Geschichte verpackt, besser akzeptieren und annehmen. Kommt hinzu, dass ich selber immer wieder sehr kopflastig und verstandesmässig einordne und analysieren, was ich erlebe, mit was ich weshalb kämpfe. Märchen und Geschichten um unseren Alltag zu spinnen und zu weben, schenkt dem, was mich täglich herausfordert, eine gewisse Leichtigkeit und nimmt ihm deshalb die Schwere und Ernsthaftigkeit. Ich habe mich deshalb gefragt, wie wohl meine Gedanken, die vor sich hin fabulieren und unendlich phantasievoll die Welt beschreiben und analysieren und die mich zeitweise halb verrückt machen, aussehen könnten. Ich sehe sie in Form von kleinen Gespenstlein, die auf meinem Kopf, meinen Schultern rumtanzen und hüpfen und sich sehr flink bewegen, in meinem Hinterkopf steigen und beim rechten Ohr rauskommen…. Ihre Gesichter sind nicht zu erkennen und sie tragen lange graue Gewänder. Ich habe zuerst jedem einen bunten Schal umgelegt – das steht ihnen fantastisch. Und weil es anfangs so viele waren, habe ich drei von ihnen sozusagen als Chef-Gespenster ernannt, jeder von ihnen hat ein Team, aber ich mag mich nicht mit jedem einzelnen beschäftigen. Jetzt habe ich nur noch mit dreien zu tun: Mit Fröilein Gantenbein, Madame de Meuron und mit dem Mosimaa. Jeder dieser Namen steht für mich für einen ganz bestimmten Charakterzug und eine bestimmte Denkart.

Die Auseinandersetzung mit diesen Dreien kann äusserst spassig sein – und selbstverständlich auch sehr ärgerlich. Aber diese Gedanken, die da laufen und sich drehen und verstricken, die haben an Leichtigkeit gewonnen. Wichtig dabei scheint mir, dass ich sie durch Fröilein Gantenbein, den Mosimaa und Madame de Meuron akzeptiere und respektiere. Ich versuche nicht mehr, sie zu verleugnen oder zu bekämpfen. Gedanken werden immer da sein (unser Hirn kann nicht anders, es muss denken) und indem ich das akzeptiere, nehme ich auch meine Rolle an als die, die bestimmt, ob sie diese Gedanken glaubt und ihnen nachhängt oder sie einfach laufen lässt und sie auch nicht immer ganz ernst nimmt.

Das ist eine Form, eine Geschichte zu erzählen und aus einer Begebenheit eine Geschichte zu kreieren. Natürlich kann man das noch viel phantasievoller und breiter tun – für den Anfang bin ich aber ganz glücklich damit.

 

Die Rauhnächte: 24. Dezember bis 5. Januar. Die Rauhnächte waren bei unseren Vorfahren Heilige Nächte. In ihnen wurde möglichst nicht gearbeitet, sondern nur gefeiert, wahrgenommen und in der Familie gelebt. Es gibt 12 Rauhnächte. Diese Rauhnächte gingen immer von Nacht zu Nacht. Also von 24.00 Uhr an Heilig Abend, der Mutternacht bis 24.00 Uhr am 25. Dezember - das war die erste Rauhnacht. Nacht deswegen, weil wir uns nach dem keltischen Jahreskreis in der Jahresnacht befinden. Somit ist der ganze Tag Nacht. Und die letzte Rauhnacht endet um 24.00 Uhr am 5. Januar. Danach ist Heilig-Drei-König, das Fest, das auch Epiphaniea, Erscheinung, genannt wird.

 

Deutungssysteme. Die Alten benutzten jede dieser Rauhnächte für einen Monat des Jahres zum Deuten und Orakeln. Somit steht die erste Rauhnacht für den Januar, die zweite für den Februar und so fort. Sie beobachteten alles: Wetter, wie das Essen geschmeckt hat, ob gestritten wurde oder ob es friedlich zuging. Ob an diesem Tag alles glatt lief oder es Probleme gab. Und wenn ja, welche Probleme usw. Alles, auch das noch so Unwichtige, hatte eine Bedeutung. Und wer es verstand, der konnte den dazugehörigen Monat im Vorhinein deuten.

 

Verwandlungstage. Dann gab es besondere Tage, wie der 28. Dezember. Hatte man die ersten drei Tage nur Streit, das Wetter war grauenvoll usw., dann hatte man am 28. Dezember, dem Tag der Kinder, die Möglichkeit, alles wieder gut zu machen und aufzulösen. Dazu war es wichtig, sich alles nochmals genau vorzustellen und dann in weisses Licht zu tauchen oder in violettes und es verwandeln zu lassen in etwas Positives. Das gleiche konnte man am Ende auch nochmal machen - also am 5. Januar, dem Hohen-Frauen-Tag. Darum wurden diese Rauhnächte vorsichtig und wachsam begangen, da sie das ganze kommende Jahr in sich bargen und jeder selber dafür verantwortlich war, wie er die Weichen stellte.

 

Perchtenumzüge. In der letzen Nacht, dem 5. Januar, wurde das ganze Haus, die Ställe und mancherorts auch rund ums Grundstück herum ausgeräuchert. Es gab auch an vielen Orten in dieser Zeit wieder die schon erwähnten Perchtenumzüge – die die Wilde Jagd darstellen mit Dämonen, Geistern und bestimmten Tieren und der Percht als Wintergöttin. Dahinter stand, dass diese Geister vertrieben werden sollten, damit sie einen nicht befielen mit Krankheiten und Tod.

 

Masken nach Geistern geformt. Die zu bestimmten Jahreszeiten durchziehenden Naturgeister sind weltweit bekannt. Überall werden sie auf ihrem Durchzug zur Kenntnis genommen, mit Festen und Ritualen gewürdigt und dann aber immer jenseits der Dorfgrenze oder auch Grundstücksgrenze hinauskomplimentiert. In traditionellen Gesellschaften trägt man Masken, die exakt den visionär geschauten Geistern entsprechen. Auch das Bärbeletreiben oder die Fastnacht trägt diesen Geist. Die Geister kommen vom Jenseits, von ausserhalb der gesitteten normalen Gesellschaft. Sie kommen aus dem Wald und der Wildnis, aus den Bergen, Seen und Sümpfen, auch analog zu verstehen als Seelenbilder. Seelenbilder, die eine ungezügelte Naturenergie mitbringen.

 

Mir selber sind sie etwas ungeheuer, diese Masken, die Geister und all die Rituale, die viele unserer Vorfahren gepflegt haben. Wenn ich aber davon ausgehe, dass alles, was mir begegnet, mit mir zu tun hat, dann kann ich aus einer etwas anderen Sichtweise an dieses Thema rangehen. Ich selber sehe keine Geister, ich werde nachts nicht besucht von irgendwelchen Wesenheiten. Ich lade sie auch nicht ein, ich wüsste ja nicht, was ich mit ihnen anfangen sollte. Ich kann aber auch mit einigen Teilen an und in mir nicht viel anfangen. Gewisse Ideen und Gedanken oder manchmal auch mein Verhalten, so sehr es meines ist, kann mir sehr fremd vorkommen. Meine Ängste können mich sehr wohl erschrecken. Müsste ich diesen Aspekten von mir ein Gesicht geben, wäre dieses wohl auch nicht gerade in der Norm oder besonders freundlich. Ich gehe davon aus, dass unsere Vorfahren, die mehr auf alle ihre fünf Sinne angewiesen waren, als wir es heute sind, auch ihre Ängste nicht in erster Linie mit Worten, sondern in Bildern, Tänzen und Ritualen ausdrückten. Heute bleiben wir sehr oft beim Wort, beim Analysieren. Wir ordnen ein, was wir sehen und erleben, wir probieren uns zu verstehen, vielleicht anhand unserer Kindheit, unserer Familiengeschichte. Wenn ich unter diesem Aspekt die Rituale unserer Vorfahren betrachte, kommen sie mir näher. Die Zeiten haben uns Menschen verändert. Vieles haben wir gewonnen – vieles verloren oder schlicht vergessen. Das heisst für mich nicht, dass ich anfangen will, solche Rituale durchzuführen, aber es heisst für mich, dass ich meine Ausdrucksweise erweitere. Dass ich lernen will, alle meine fünf Sinne einzusetzen, um mit dem umzugehen, was ich mit mir und anderen erlebe. Das heisst, es geht wieder darum, aus meinem Erleben Geschichten zu kreieren. Oder mich zu fragen, wie eine Angst, die mich quält, riecht, welche Form sie hat, welche Farbe.

 

Die Rauhnächte habe ich über die letzten Tage zum ersten Mal bewusst erlebt. Das heisst, ich habe dieser Zeit, die zwischen den Jahren liegt, mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Ich habe die Stille und Ruhe genossen, habe gestaunt, wie viel sich in dieser Stille in mir drin tut und habe mich dadurch der Natur verbunden gefühlt. Dort geht auch ganz vieles ab, das wir nicht sehen können, aber das neue Leben fängt an zu wachsen. Still und leise. Das, was wächst und wird, kennt seine Zeit – das will ich respektieren und zwar auch für mein Leben, meinen Alltag. Für mich ging's in diesen Tagen auch darum, das anzunehmen, was sich mir zeigt, was mir geschenkt ist, ohne den Anspruch zu haben, zu verstehen, wozu etwas gut ist oder was wohl dahinter stecken mag. Umso mehr war mir wichtig, das Erlebte in meinem Herzen zu bewahren.

 

Esther Grosjean

 

Hinweis: Informationen über die Wintersonnenwende und die Rauhnächte habe ich www.jahreskreis.info entnommen.

 

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Lichterfest 2012 - Rauhnächte

„Wollen wir hinaus in die kalte, regnerische Nacht?“ so fragte ich mich und später, nach meiner Ankunft in Ammerzwil, auch Margrietha… Wir entschieden uns für die warme Küche, zündeten Kerzen an, löschten das elektrische Licht und liessen uns vom warmen Lichtermeer umschmeicheln. Die längste Nacht wurde so zum Lichtfest und mir kam es vor, dass sich an unserem beisammen sein noch andere Gäste erfreuten. Für mich begann mit diesem besinnlichen Abend meine persönliche Vereinbarung mit den Raunächten – ich nahm mir vor, kaum etwas zu planen und die Zeit zwischen der längsten Nacht und dem Dreikönigstag mit mir und meiner Familie zu verbringen. Keine Weihnachtspost verschicken, keine Natelnachrichten abfragen, keine E-Mailgrüsse lesen, keine Pflichtbesuche bei Irgendwem.

Mein „darf ich das?“ nahm die Herausforderung an und freut sich seither immer mehr über spontane, klare ja’s oder nein’s. Die wenn‘s, vielleicht‘s und aber’s wurden leise und meine Zeit mit meinen Nächten wurde lang, länger und sehr lange. Herrlich lange wurden bei Bedarf auch meine morgendliche Zeit im Bett und Pischi bis am Abend J.

Meine Erkenntnis daraus? Die italienische Lebensweisheit des „dolce farniente“ und mein umtriebiger Geist wachsen von selbst in meinem Sein zusammen…

Es lebe das Leben!

 

Ralph Schmidt

 

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erster "Langstreckenflug"

 

 

Der erste "Langstreckenflug" auf dem Zimlisberg ist vorbei. Der Startschuss und somit Vorbereitung auf unser gemeinsames Wintersonnenwendefest war eine wunderbare Einstimmung auf diese kommenden Tage. Der Zyklus unserer Natur erreicht einen Höhepunkt, welchen wir bewusst und achtsam gemeinsam feiern wollen. 

 

"Das Leben beginnt in der Dunkelheit, in der Nacht. In diesen kommenden Tagen ist unserer Natur gemäss die Zeit des Sterbens und des Werdens. Die Wintersonnenwende entspricht dem Punkt zwischen Sterben und Werden. Dem Punkt, der im Zentrum liegt. Das Erreichen der Auszeit (es gibt nichts (mehr) zu tun) entspricht dem ungeborenen Raum, dem schöpferischen Punkt, indem das Chaos wohnt. Analog zum Ein- und Ausatmen. Nach der kleinen Pause zwischen den Atemzügen atmen wir wieder Lebenskraft ein."

 

Ich wünsche uns allen ein friedliches Einstimmen und Entdecken, was diese Tage für uns bereit halten. . 

 

Margrietha

 

 

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13. Dezember - Luzia

 

...für morgen ein paar Infos aus meiner warmen Stube, direkt in eure warme Stube...

 

Am 13. Dezember wird in vielen nördlich gelegenen Ländern Luzia - die Lichtheilige geehrt

 

Das Fest der Heiligen Luzia, am 13. Dezember, ist eine Raunacht. Und in allen Raunächten treiben nach dem Volksglauben alle möglichen guten und bösen Geister ihr Unwesen. Es ist ursprünglich ein Lichterfest und man feierte es am Tag der Wintersonnenwende. Deshalb haben viele Luzia-Bräuche mit Licht zu tun, bei dem z. B. viele kleine aus Nussschalen gebastelte „Schiffchen“ auf ein Gewässer gesetzt werden und die Dunkelheit erleuchten sollen.

 

Der Brauch geht auf uralte, wahrscheinlich germanische und keltische Traditionen zurück. Später griff man die Verehrung um die sizilianische Märtyrerin Luzia auf und gedachte ihrer in der längsten Nacht des Jahres (nach dem alten Kalender der 13. Dezember) mit Lichterglanz. Sie starb als Jungfrau und Märtyrerin 310 in Syrakus, dem heutigen Siracusa in Sizilien, das ein Zentrum frühchristlichen Glaubens war. Die Legende erzählt, dass sie von Ochsen zu Tode geschleift werden sollte. Doch die Tiere bewegten sich nicht von der Stelle, sosehr man sie auch antrieb. Deshalb wurde Luzia schließlich erstochen.

 

Der Brauch verbreitete sich in Europa, insbesondere in Schweden, wo der Luzientag sogar Nationalfeiertag ist. Im Dezember ist es nur wenige Stunden hell, so dass die Menschen das Licht zu schätzen wissen. Das Fest der Heiligen Luzia auf dort auf besondere Weise gefeiert. Ein weißgekleidetes Mädchen, die "Lussibrud" (traditionell ist das die Aufgabe der ältesten Tochter einer Familie), trägt einen Kranz mit brennenden Kerzen auf dem Kopf und weckt in der Familie die Schlafenden und bringt ihnen Gebäck. Überlieferungen zufolge hat die Heilige Luzia das Licht als Krone auf dem Kopf getragen, damit sie ihre beiden Hände frei hatte, um bedürftigen und Not leidenden Menschen zu helfen.

 

Luzia ist die Patronin der Bauern und Kutscher, der Türhüter und Hausmeister, der Optiker und Glaser. Auch Berufen mit spitzen Werkzeugen wie Näher, Sattler und Polsterer gilt sie als Patronin. Sie wird ebenfalls angerufen gegen Armut, Feuersbrunst, Augenleiden, Halsschmerzen und Darmerkrankungen.

 

e härzliche Drücker vom Ralph

 

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Barbarazweige und deren Bedeutung

Liebe Flieger von nah und fern

 

Ich möchte uns ein paar Infos über den morgigen Barbaratag auf den Weg geben ...

 

Es ist Brauch an diesem Tage, nahe der längsten Nacht des Jahres, den Frühling zu beschwören, indem man Kirsch- und andere Blütenzweige abschneidet, die dann um die Weihnachtszeit zu blühen beginnen sollen.

 

 

Von den Zweigen, die man am 4. Dezember ins Zimmer holt, damit sie zu Weihnachten blühen, heißt es, dass sie uns Zukünftiges prophezeien: Früher, als junge Mädchen in einer guten Partie die beste Zukunft sahen, stellten sie Zweige mit den Namen ihrer Favoriten ins Wasser. Verdorrte ein Zweig, war die Sache klar, bei allen anderen wurde es dann richtig spannend.

Apfel- oder Pflaumenzweige in voller Blüte verheißen gute Obsternte, die Haselnuss kann Glück und Reichtum bedeuten: Den Kelten galten Blüten und Früchte als Symbole der Klugheit, und in den Zeiten, als das Wünschen noch geholfen hat, suchten Rutengänger mit Haselzweigen nach Gold- und Silberadern. Kastanien, die auch nach rigorosem Schnitt immer wieder austreiben, sollen Christi Auferstehung bedeuten, Quitten die Freuden und Leiden der Zweisamkeit: Die Blüten duften so wundervoll wie die Liebe, doch die Früchte haben trotz ihrer Süße einen bitteren Beigeschmack.

 

Die Geschichte der Heiligen Barbara

Geboren im 4 Jahrhundert, in Nikomedien am Marmarameer, war Barbara die schöne Tochter des reichen Kaufmanns Dioscuros, der sie einem Manne zur Frau versprochen hatte.

Aber Barbara war schon lange heimlich dem Christentum beigetreten, dachte nicht an Heirat, sonder wollte ein Leben in Demut und Armut führen, was den Vater zur Raserei brachte.

Als er auf eine Geschäftsreise ging, ließ er Barbara, in der Hoffnung, sie möge wieder zu Sinnen kommen in einen Turm einschließen. Sie aber wandelte die Not in Tugend, ließ ein dreifaltiges Fenster in den Turm brechen, brachte ein Kreuz zum Zeichen ihres Glaubens an und lebte so wie die erste Nonne.

Als der Vater zurückkam, war sie gläubiger und fester, als je zuvor und er schwur, sie den Folterknechten zu übergeben, was sie aber nicht ängstigte. Also schleifte der Vater sie vor den Richter und alles Drängen, sie möge sich wieder vom Irrglauben des Christentums trennen, half nichts. Und selbst unter der schwersten Folter starb sie nicht, so dass der eigene Vater ihr den Kopf abschlagen musste.

Da aber fuhr ein Blitzstrahl vom Himmel und erschlug den Vater.

 

Reichen Erntesegen verspricht der Barbaraweizen, den man am 4. Dezember in eine Schale sät, wenn er zu Weihnachten einen dichten sattgrünen Rasen bildet. Mit einem roten Band umwunden, schmückt die frisch aufgegangene Saat dann den Weihnachtstisch. Der Brauch kam nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem Südosten Europas und erinnert an das Adonisgärtchen der Mittelmeerländer zu Ostern.

Nach einer anderen Überlieferung gehört diese Tellersaat zum Luzientag am 13. Dezember.

Dahinter steckt vermutlich eine Legende aus dem späten Mittelalter: Während der Flucht nach Ägypten lockte ein Bauer die Verfolger der heiligen Familie auf die falsche Fährte. Als diese ihn nämlich fragten, ob er die Flüchtlinge gesehen habe, erwiderte er so wahrheitsgemäß wie listig, dass sie ihm beim Säen seines Kornfelds begegnet seien. Doch inzwischen war ein Wunder geschehen, das Getreide stand prachtvoll im Halm und täuschte den Schergen des Herodes ein paar Monate vor, obwohl nur ein paar Minuten vergangen waren. Und so gaben sie die Verfolgung auf.

 

soodeli das wärs erstmal...

 

Ein winterlicher Gruss mit warmem Drücker

vom Ralph

 

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Gesprächsreihe "gemeinsam älter werden"

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......und stehe auf ihre Schultern

Meine Ahninnendecke

 

...... Tante Lina, die rauchte, das Leben genoss und auf alle Konventionen pfiff. Alle sind sie um mich mit ihren vielfältigen Energien. Oft setze ich mich in den dunklen Nächten mit meiner Decke in die Mitte meines Zimmers, mit Kerzen, Griesbrei und Reis. Für jede nehme ich ein Reiskorn, spreche ihren Namen, rufe sie und lade sie mit meiner Flöte ein, all diejenigen, auf deren Schultern ich stehe...

 

Dies ist ein Zitat aus dem Buch *Töchter der Mondin" von Cambra Maria Skadé

 

im Andenken an meine Mutter, Margrietha Geertruida Aellig

 

 

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Flash der "13 indigenen Grossmütter"

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Danke für den Austausch

Offen, zugewandt und herzlich haben sich die Frauen am ersten Gesprächsabend ausgetauscht. Für mich ist es ein besonderes Geschenk, mit Frauen zu teilen, wie wir unser Älter werden erleben und uns mit Kraft und Achtsamkeit auf das, was sich in unseren Leben verändert auszurichten. Ich staune ob dem bewussten Aufrichten. 

 

Herzlichen Dank Ladies. Ich freue mich auf den 15. Juni auf ein weiteres Gespräch mit Euch. 

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woman to woman netzwerk

Ab sofort steht das Netzwerk "woman to woman" zum Verlinken bereit. Angebote von Frauen und für Frauen können hier schnell und unkompliziert gelistet und gefunden werden. 

 

Verlinkungsvorschläge mit einer Kurzbeschreibung der zu verlinkenden Person bitte an kontakt@margrietha.ch

 

 

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Gesprächsreihe "Gemeinsam älter werden" von, für und mit Frauen

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happy new year

 

 

Einen schwungvollen Jahresübergang und viel Freude und Fülle im neuen Jahr wünsche ich euch von Herzen.

 

 

 

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music painting - matteo negrin

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Selbsterforschung

Meine Landkarte führt mich durch einmalige, unentdeckte Gegenden. Auf eine wunderbare Reise mit unerwarteten Kehren und Windungen, üppigen Landschaften, Höhlen und Kavernen, Edelsteinen und Schmetterlingen. Ein atemberaubendes Erlebnis. Wie erstaunen machend und klar diese weglose Landkarte mich immer wieder nach Hause führt. Lea Endres

 

Immer wieder staune ich ob der wohltuenden Wirkung der Zeit mit mir selber. Zeit zum einfach Sein, Sitzen oder Laufen. Absichtslos und ziellos, einfach nur sein, nach Innen schauen und mich hinter allen Geschichten, Dramen und Storys zu entdecken.

 

 

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immer wieder

meine gedanken halten sich immer wieder an überzeugungen fest

 

wollen immer wieder irgendetwas ändern

 

immer wieder gedanken

 

die ich immer wieder loslasse

 

um immer wieder zu erkennen

 

wer ich immer wieder bin

 

immer wieder alles

 

immer wieder nichts

 

immer wieder stille

 

immer wieder zu hause

 

immer wieder

 

ralph schmidt

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Probleme muss man loslassen!

Nach alter hawaiianischer Lehre beginnen alle Probleme als Gedanken in unserem Kopf. Aber einen Gedanken zu haben, ist nicht das Problem. Wo also liegt das Problem? Das Problem ist, dass alle unsere Gedanken von leidvollen Erinnerungen erfüllt sind – Erinnerungen an Menschen, Orte oder Dinge. Der Verstand allein kann diese Problem nicht lösen, weil er die Informationen nur verwaltet. Aber Verwaltung ist keine Problemlösung. Probleme muss man loslassen!

 

Interview mit Dr.phil. Ihaleakala Hew Len, Einleitungstext Reinhard Lier, Der Ho'oponopono-Prozess. 100% Verantwortung und der Schoko-Eisbecher, den ich noch nie essen durfte..., Interviewerin Cat Saunders, Zeitschrift Lichtfokus, S. 40, Ausgabe 23, Herbst 2008

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Das Rad des Lebens