Sommersonnenwende

Hi Family

 

Der Tag, an dem uns am meisten Licht zur Verfügung stehte ist in diesem Jahr bereits Vergangenheit. Gerade erst habe ich meine "Früeligssämli"in die Erde gestreut und schon wird das Tageslicht wieder kürzer und kürzer. In der Zeit der Kelten wurde die Sommersonnenwende zwölf Tage lang gefeiert. Manches essbare konnte schon geerntet werden und alles war im Überfluss vorhanden. Ich geniesse die Zeit der frischen, grünen Salate, Kräuter und Blätter. Obschon viel Überfluss an Wärme habe ich dieses Jahr noch nicht gehabt. Noch nicht einmal in der Aare war ich!

 

Unsere Ahnen tanzten in dieser Zeit um ihre Feuer und je später der Abend wurde, umso berauschter, leidenschaftlicher und erotischer wurde getanzt. Allerlei Liebesschwüre wurden gegeben und neue Familien gegründet. Der Sonnengott Belenus und der Fruchtbarkeits-Naturgeist Pan wurde gleichermassen geehrt. Später wurden diese Tänze Veits-Tänze genannt. Es brauchte wohl auch damals eine gewisse Art von VER-RÜCKT-SEIN, um mit den Naturgöttern und Göttern tanzen zu können und weil in dieser Zeit der der Jahresfeste die Nahtstelle zwischen den Welten besonders eng war und auch heute noch ist, blieben viele alte Geschichten und Wissen erhalten.

Vielleicht kommt es nicht von ungefähr, dass ich genau in dieser Zeit das Gefühl habe, dass ich von vielen kleinen Wesen träume und in meinen Schlaf Unruhe bringen. Am Morgen brauche ich vor lauter Eindrücke viel länger um in meinem Tag anzukommen. Manches kommt mir in meinem Tun seltsam überflüssig vor und meine Verbundenheit mit meinen Ahnen wird spürbar. So war ich auch nicht gross erstaunt, als Till mir mit eine mathematische Gleichung meine Verbundenheit mit all meine Ahnen erklärte – und das so „by the way“ beim Mittagessen… Er sagte mir nämlich, dass er unendlich viel Grossväter und –Mütter habe, denn schon vor 8 Generationen seien es 256 gewesen, von 9 schon 512 und von 10 schon 1024… Wie soll ich da je wieder ernsthaft an meiner Verbindung zu Allem zweifeln?


Gestern war ich von Freunden an einem Gartenfest eingeladen. Wir tranken, assen, musizierten und tanzten bis in die Morgenstunden und ich weiss, dass alle Ahnen dabei waren und auch unsere zukünftigen Generationen. Und angepasst wie ich bin, wurde alles nicht so extatisch, und ich zog mich auch nicht aus, um nackt ums Feuer zu tanzen, und betrank ich mich nicht bis die Sinne schwanden, aber eines weiss ich sicher – meine Family war dabei!

 

Gruss aus Thun

23. Juni 2013

Ralph

             

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